Der Weg in die Stagnation: Eine empirische Studie zur by Klaus Schroeder

By Klaus Schroeder

Nach wie vor prasentiert sich das "Modell Deutschland" mit einer relativen Stabilitat und dies, obwohl auf die Wirtschaftskrise 1974/75 eine Periode reduzierten Wachstums folgt, die Einkommenszuwachse stagnieren, mit der Massenarbeitslosigkeit zusatzliche soziale Probleme und Konflikte auftre ten und in der staatlichen Politik restriktive Momente Uberwiegen. Der politisch-soziale Konsens zwischen Kapital und Arbeit gerat nicht ins Wanken, magazine en sich auch im element Konflikte verscharfen, in den gesell schaftlichen Grundsatzen bleiben die FUhrungsgruppen von Kapital, Staat und Gewerkschaften einig und sind sich der Zustimmung von Bevolkerungs mehrheiten gewiB. Diese relative Stabilitat verdankt sich vor allem der politischen und so zialen Verarbeitung okonomischer Krisenhaftigkeit, nicht zuletzt der Ver lagerung sozialer Probleme an die gesellschaftliche Peripherie. Mit der institutione11 geregelten Befriedung des Klassenkonflikts haben sich die gesellschaftlichen Konfliktlinien verschoben; Protestpotentiale entstehen in den letzten 20 Jahren weitgehend unabhangig von traditionellen Klassen konflikten und wirken dennoch auf diese - wie die examine der 75er Krise zeigen wird - zurUck. In der theoretischen Diskussion wird zumeist der Zusammenhang zwischen sozialer, staatlicher und okonomischer Sphare getrennt behandelt, mit der Konsequenz "ei nseit i ger" Vera eleven gemei nerungen oder upload it i ver und da[lli t me chanistischer ZusammenfUhrung dieser Momente. Die theoretisch-analytische und instrumentell politische Schwache metho disch durchaus divergierender Ansatze laBt sich partiell auf diesen Mangel zurUckfUhren. DarUberhinaus lassen sich unschwer "politische Absichten" aus den unter schiedlichen Argumentationen ablesen, die auf einen hohen Grad politisch gefarbter Methodologie hinweisen.

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Ballerstedt 1979, S. 388) und bri ngen - in ei ner Phase nach 1assender Konjunktur - beachtl iche Lohnerhohungen. Ergebnis ist ein erneuter Anstieg der Lohnquote. ia 1produkts- unci' Inv-estitionsstagnation steigen Preise und Real1ohne, und der Beschaftigungsabbau bleibt geringfUgig. Dieser atypische lyklusverlauf stellt die BundesregieY'ung vor einen erneuten liel konf, ikt (Wachstum/Preise). der ihre ab t970 veY'fCllgte Stabil itatspolitik erschwert. Der stabilitatspolitische Kurs wird eingeleitet durch: - die Bildung einer KonjunkturausgleichsrUcklage (2,5 Mrd.

9) Die Kritik wird von der sozia- - 24 len Basis losgelHst, in den staatlich-politischen Raum zurUckgeholt und insofern verstaatlicht. (10) - Das sozialdemokratische Selbstverst~ndnis der 70er Jahre zielt noch im Reformversprechen und in der Erha1tung und des Ausbaus eines "sozialen Kapitalismus" (11) auf den "starken Staat". 1m Unterschied zu konservativen und reaktion~ren Parteien strebt sie jedoch einen funktionalen Einbez:ug der Arbeiterschaft auf. der Ebene der Politik (Uber die SPD) und der Produktion (Uber die Gewerkschaft) an.

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