Integrationspädagogik und Geschlecht: Theoretische by Ulrike Schildmann

By Ulrike Schildmann

I. Die Geschlechterdimension in der Integrationspadagogik beinhaltet unter schiedliche Geschlechterverhaltnisse. Orientierungshalber voranzustellen sind folgende drei Geschlechterkonstellationen: zwischen Madchen und Jungen als primarer Zielgruppe der Integrations padagogik, zwischen Muttern und Vatern als Initiatoren und Zielgruppe dieses neuen padagogischen Ansatzes, zwischen den beruflich an der Integrationspadagogik beteiligten Frauen und Mannern. Dabei ist zu bedenken, dass sich Geschlechterverhaltnisse und Strukturen der Padagogik gegenseitig beeinflussen. Im umfassenden Sinne ist die Geschlechterdimension in der Integrations padagogik noch nicht untersucht worden; dies betrifft sowohl den theore tisch-systematischen als auch den historisch-empirischen Zugang zum The ma. Wenn Geschlechterbeziehungen untersucht werden, dann verweisen die Ergebnisse in der Regel auf ungleiche - hierarchisch strukturierte - Verhalt nisse sowohl bei den Zielgruppen der Integrationspadagogik als auch bei den in diesem Feld beschaftigten Berufsgruppen: So zeigt z. B. eine quantitative Erhebung uber die Beteiligung von Madchen und Jungen an der Integrations padagogik im Bereich der Grundschule, dass dort innerhalb der ersten zehn Jahre des Versuchs (1977-1986) unter den behinderten Kindern Jungen stark uberwogen, wahrend unter den nichtbehinderten Kindern Madchen uberre prasentativ vertreten waren! (vgl. 2. 1. 1. ). Welches qualitative Verhaltnis zwi schen behinderten und nichtbehinderten Madchen und Jungen daraus resul tiert, wird in der kritischen Frage deutlich: "Sind Madchen die Integrations helferinnen par excellence?"z Aber auch die an der Integrationspadagogik V gl. Annedore Prengel: Statistische Daten aus Integrationsprojekten 1976-1986, in: Helga Deppe-Wolfinger, Annedore Prengel, Helmut Reiser: Integrative Padagogik in der Grundschule. Bilanz und Perspektiven der Integration behinderter Kinder in der Bundesrepublik Deutschland 1976-1988, Munchen (Juventa/DJI) 1990, S. three

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Die sexuelle Geschlechterdifferenz (sex) im Sinne der primären Geschlechtsmerkmale und des körperlichen Bimorphismus - gilt im allgemeinen als objektives Merkmal (vgl. B. Statistiken). h. das biologische Geschlecht wieder in seinen gesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen, ohne den es nicht existiert: "Körperlichkeit im Sinne ihrer anatomischen Phänomenologie ... samt den mit ihr verbundenen Vorstellungen von kreatürlicher Sexualität, organischen Ausstattungen und Potenzen spielt eine entscheidende Rolle in den Interpretationen, mit denen die bei den Geschlechter ihre Bedeutung für die generative Reproduktion der Menschheit begründen ...

115 Vgl. Sigurd Hebenstreit: Rahmenbedingungen und Praxis des heilpädagogischen Kindergartens - Auswertung einer Fragebogenerhebung in Nordrhein-Westfalischen Sonderkindergärten, Witten/Bochum (Evangelische Fachhochschule RheinlandWestfalen-Lippe, unveröffentlichtes Manuskript) 1993, S. 8 und 47. B. unter den behinderten Kindern, die überhaupt einen Kindergartenplatz bekommen (insgesamt nur ca. ), Jungen bevorzugt aufgenommen werden. Eine Antwort darauf läßt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten.

Die Kategorie "soziale Kontakte" wurde im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung der Berliner Uckermark-Schule auf der Basis soziometrischer Erhebungen untersucht. ) waren Mädchen beliebter als Jungen. In den letzten beiden Schuljahren galten mehr als die Hälfte aller Mädchen als ,besonders beliebt' ... " 37 Zur sozialen Akzeptanz der "Gutachtenkinder" heißt es dort: "Bis auf den ältesten Jahrgang haben sie in allen anderen Jahren überwiegend mit negativen Sympathiewerten ihr erstes Schuljahr beendet...

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